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Sicherheitspsychologie in Organisationen · Unser Produkt

Bedrohungsmanagement einführen — vom Seminar zum System

Zwei Drittel der Kliniken melden mehr Gewaltvorfälle als früher. Verwaltungen, Jobcenter, Schulen, Unternehmen mit Kundenkontakt und Versorger erleben dasselbe. Die meisten Organisationen haben reagiert — mit Deeskalationstrainings. Was fast überall fehlt, ist das System dahinter: Wer nimmt eine Drohung entgegen? Wer bewertet sie? Wer entscheidet, wann die Polizei einbezogen wird? Wer kümmert sich um die Betroffenen?

Genau das bauen wir mit Ihnen auf – Aufbau in rund 90 Tagen.

Der Zeitrahmen setzt die Mitwirkung Ihrer Organisation voraus – benannte Ansprechpartner, abgestimmte Termine, zeitnahe Freigaben.

Der Ablauf in fünf Schritten

  1. Wahrnehmen
  2. Melden
  3. Bewerten
  4. Handeln
  5. Nachhalten

Was Sie bekommen

Standort-Check

Zwei Tage vor Ort: Wo stehen Sie, was fehlt, was ist in 90 Tagen machbar. Der Bericht passt direkt in Ihre Gefährdungsbeurteilung.

Bedrohungsmanagement einführen

Meldeweg, Bewertungsteam, Ablauf- und Notfallkarten, Führungskräfte-Workshop, angebundene Nachsorge, eine geübte Fallkonferenz. Dokumentiert für Arbeitsschutz und Unfallkasse.

Fortbildung Bedrohungsmanagement – inhouse für Erstbewerter und Bewertungsteam

Zwei Seminare befähigen Führungskräfte, Schlüsselrollen und das Bewertungsteam: Bedrohungen erkennen, richtig melden, Verhalten beobachten statt etikettieren. Details unter Seminare.

Zur Fortbildung

Innentäter-Baustein

Für Betreiber kritischer Anlagen und Unternehmen der sicheren Lieferkette: Zuverlässigkeit, Fremdpersonal, Personalsicherheitskonzept.

Mehr unter Innentäter-Prävention

Was die DIN SPEC 14027 zum Bedrohungsmanagement beschreibt — und was der 90-Tage-Aufbau abdeckt

Die DIN SPEC 14027 (April 2026) führt Bedrohungsmanagement als eigenes Handlungsfeld der Unternehmenssicherheit. Sie versteht darunter das frühe Erkennen, Bewerten und Entschärfen möglicher Bedrohungen – ausdrücklich nicht nur ausgesprochene Drohungen, sondern auch leise Warnsignale – mit dem Ziel, Gefahren für Leib, Leben und Freiheit von Menschen sowie für wichtige Sachwerte abzuwenden (DIN SPEC 14027:2026-04, Abschnitt 14.1). Der Anforderungskatalog ordnet die Bausteine in Vorbereitung, Umgang mit Meldungen, Nachbereitung und Schulung (Anhang A.14, Tabelle A.11). Das ist derselbe Weg, den wir in 90 Tagen mit Ihnen gehen.

1. Wahrnehmen — Sensibilisierung und Führung

Die DIN bettet Bedrohungsmanagement in die Sicherheitskultur ein: Eine Richtlinie gibt ihm ein sichtbares Mandat und einen Rahmen für Konsequenzen bei nicht hinnehmbarem Verhalten. Alle Beschäftigten werden sensibilisiert, einzelne Zielgruppen gezielt trainiert. Führungskräften und Personalfunktionen kommt eine Schlüsselrolle zu, weil sie auffälliges Verhalten früh erkennen und den ersten Schritt einleiten; ihre Qualifizierung nennt die DIN unerlässlich (Abschnitt 14.2). Der Katalog empfiehlt außerdem, die Beschäftigten regelmäßig über Ziele, Rollen und Meldewege zu informieren – etwa über Notfallkarten und Intranet, verständlich und bei Bedarf mehrsprachig (Anhang A.14, Tabelle A.11, Nr. 2.7).

Im 90-Tage-Aufbau: Online-Kurs für alle Beschäftigten, Führungskräfte-Workshop, Ablauf- und Notfallkarten für jede Rolle.

2. Melden — ein Weg, der ankommt

Die DIN empfiehlt ein Meldesystem als zentrale Eingangsstelle, datenschutzkonform und verzahnt mit bereits bestehenden Hinweisgeberwegen, damit Hinweise nicht an mehreren Stellen versanden (Tabelle A.11, Nr. 2.3). Zur Meldekultur gehört, dass eine Meldung keine Nachteile für die meldende Person hat – auch dann nicht, wenn sich der Hinweis später als harmlos erweist – und dass die Beschäftigten das ausdrücklich erfahren (Anhang A.6, Tabelle A.1, Nr. 2.11).

Im 90-Tage-Aufbau: ein bekannter, niedrigschwelliger Meldeweg mit klarer Schwelle, abgestimmt mit Betriebs- oder Personalrat und Datenschutz.

3. Bewerten — Team statt Bauchgefühl

Die Bearbeitung konkreter Fälle liegt nach der DIN bei geschulten Bedrohungsmanagerinnen und -managern in einem interdisziplinären Vorgehen; ein strukturiertes Fallmanagement mit standardisierter Erfassung, Bewertung, Dokumentation und Nachverfolgung bildet das operative Rückgrat (Abschnitt 14.2). Der Katalog empfiehlt ein Team aus Sicherheit, Personal, Recht, Kommunikation und Arbeitsschutz mit Vertretungsregeln und Erreichbarkeit (Tabelle A.11, Nr. 2.2), strukturierte und erprobte Bewertungsverfahren sowie das Vier-Augen-Prinzip (Nr. 3.1) und feste Übergabepunkte zu Krisenstab, IT-Sicherheit, Datenschutz, Betriebsrat und Arbeitsschutz (Nr. 2.5).

Im 90-Tage-Aufbau: ein benanntes Bewertungsteam mit Leitfragen, Dokumentationsstandard und Datenschutzkonzept; zwei Tage Schulung des Teams.

4. Handeln — abgestuft und vorher festgelegt

Die DIN empfiehlt eine Stufenlogik von der bloßen Beobachtung bis zur Einbindung der Polizei, mit vorab festgelegter Zuständigkeit für jede Maßnahme (Tabelle A.11, Nr. 3.2). Als externe Anlaufstellen nennt sie Sicherheitsbehörden, Schutzeinrichtungen wie Frauen- und Männerhäuser sowie Deradikalisierungs- und andere Fachstellen (Abschnitt 14.3).

Im 90-Tage-Aufbau: Stufenmodell mit Ampel, Ablaufkarte für jede Stufe, Kontaktliste zu Polizei, regionalem Netzwerk und Fachberatung.

5. Nachhalten — Abschluss, Nachsorge, Lernen

Der Katalog empfiehlt einen strukturierten Fallabschluss mit anschließender psychosozialer Begleitung und Nachverfolgung der Betroffenen (Tabelle A.11, Nr. 3.3), eine geschützte Dokumentation, die nur dem Team zugänglich ist (Nr. 3.5), die Auswertung von Trends (Nr. 3.4), eine regelmäßige Überprüfung der Abläufe und mindestens eine realitätsnahe Übung im Jahr (Nr. 4.1, 5.3). Ein Grundsatz aus der Schutzbedarfsermittlung gilt dabei besonders: Dass bisher nichts passiert ist, belegt noch kein wirksames Bedrohungsmanagement (Abschnitt 5.2.3.1, Anmerkung).

Im 90-Tage-Aufbau: angebundene Nachsorge (Betriebsarzt, Unfallkasse, psychologische Erstbetreuung), eine geübte Fallkonferenz, Dokumentation für Gefährdungsbeurteilung und Arbeitsschutz-Ausschuss, jährliche Auffrischung und Übung.

Einordnung: Die DIN SPEC 14027 ist keine gesetzliche Pflicht und kennt keine Zertifizierung; ihr Katalog zum Bedrohungsmanagement ist weitgehend als Empfehlung formuliert. Sie ist aber der erste branchenübergreifende Maßstab dafür, wie ein Bedrohungsmanagement aufgebaut sein sollte – und ein guter Prüfrahmen für Ihre Gefährdungsbeurteilung.

Für wen wir arbeiten

  • Behörden und öffentliche Einrichtungen

    Bürgerbüro, Leistungsbescheid, Hausverbot, Außendienst.

    Bezug zu: Arbeitsschutzgesetz, DGUV, Gewaltschutzkonzepte der Länder

    Bedrohungsmanagement kennenlernen
  • Kliniken und Pflege

    Notaufnahme, Station, Pforte, Verwaltung: Deeskalation ist geschult, das Bewerten fehlt.

    Bezug zu: Arbeitsschutzgesetz, DGUV, Gefährdungsbeurteilung

    Bedrohungsmanagement kennenlernen
  • KRITIS und sichere Lieferkette

    Versorger, Luftfracht, Logistik, regulierter Mittelstand: die Bedrohung von innen.

    Bezug zu: KRITIS-Dachgesetz, Luftsicherheitsrecht, DIN SPEC 14027

    Bedrohungsmanagement kennenlernen
  • Schulen

    Lehrkräfte, Sekretariat und Beratungsstellen mit einem Bedrohungsmanagement, das im Alltag gelebt werden soll.

    Bezug zu: Arbeitsschutz, Schulrecht, Fürsorgepflicht

    Bedrohungsmanagement kennenlernen
  • Unternehmen mit Kundenkontakt

    Kundencenter, Wohnungsunternehmen, Verkehrsbetriebe, Handel.

    Bezug zu: Arbeitsschutzgesetz, DGUV, ISO-Managementsysteme

    Bedrohungsmanagement kennenlernen

Online-Kurse mit Ihrem Meldeweg

Wir entwickeln drei Online-Kurse – für die Leitung, für alle Beschäftigten und für Führungskräfte – mit dem echten Meldeweg Ihrer Organisation.

Online-Kurse anfragen

Warum Regeln allein nicht schützen

Regeln schützen nicht. Kultur schützt. Entscheidend ist, was Menschen im Alltag tun: ob sie Beobachtungen melden, ob Führungskräfte Sicherheit vorleben und ob Fehler zum Lernen genutzt werden.

Sicherheitskultur ist messbar, gestaltbar und führbar. Wir verbinden die Praxis der Luftsicherheit mit angewandter Psychologie und prüfen, wie Regeln, Arbeitsbedingungen und Verhalten tatsächlich zusammenwirken.

Sicherheitskultur erfassen

Wir betrachten Meldeverhalten, Führungsverhalten, Fehlerkultur und Regelakzeptanz. Daraus entsteht ein priorisierter Maßnahmenplan.

Arbeitsbedingungen verstehen

Wir prüfen, warum Regeln im Alltag umgangen werden. Zielkonflikte und Verhaltensanreize werden sichtbar.

Führung befähigen

Führungskräfte lernen, Sicherheit sichtbar vorzuleben und einzufordern. Sie nehmen Meldungen verlässlich an und geben sie weiter.

Wirksam fortbilden

Fortbildung wird als Verhaltensimpuls geplant, nicht als Pflichtveranstaltung. Wirkung und Transfer werden nachvollziehbar geprüft.

Warum das Seminar nicht reicht

Ihre Unfallkasse schult Deeskalation — gut so. Aber sie baut nicht Ihren Meldeweg, Ihr Team und Ihren Ablauf. Das Seminar ist der Anfang. Wir machen das System daraus, und wir arbeiten dabei gern mit Ihrer Unfallkasse zusammen.

Warum wir

Kai Siebert ist seit 2011 vom Luftfahrt-Bundesamt zugelassener Ausbilder — in dem Bereich, in dem der Umgang mit aggressiven und auffälligen Personen seit 20 Jahren geprüfte Pflicht ist. Sein Master in Angewandter Psychologie hat die Schwerpunkte Kriminalpsychologie, Psychologie der Einflussnahme, dunkle Persönlichkeitsmerkmale und Organisationspsychologie. Susann Lübbe, Wirtschaftspsychologin mit Erfahrung beim Luftfahrt-Bundesamt, verantwortet Führungskräfte-Workshops und die Schulung der Bewertungsteams. Diese Kombination aus behördlich geprüfter Sicherheitspraxis und Psychologie ist die Grundlage unserer Arbeit.

Mehr über uns

Was wir nicht anbieten

Keine Fallberatung im Akutfall und keine Risikoeinschätzung einzelner Personen. Dafür gibt es Polizei, regionale Netzwerke und spezialisierte Institute — wir sorgen dafür, dass Sie den Weg dorthin kennen, bevor Sie ihn brauchen.

Fragen, die wir oft hören

Wir haben Deeskalationstraining. Reicht das nicht?

Für die Situation am Schalter, ja. Nicht für die Frage, was danach passiert: melden, bewerten, entscheiden, nachsorgen. Das bauen wir.

Unsere Unfallkasse schult uns kostenlos.

Gut so. Sie baut aber nicht Ihren Meldeweg, Ihr Team und Ihren Ablauf. Wir setzen darauf auf und arbeiten mit Ihrer Unfallkasse zusammen.

Brauchen wir dafür einen ausgebildeten Bedrohungsmanager?

Nicht zwingend. Sie brauchen ein Bewertungsteam mit klaren Rollen. Wenn Sie schon jemanden ausgebildet haben, umso besser: Wir bauen das System um diese Person herum.

Bewerten Sie Personen?

Nein. Wir schulen Beobachtung, Meldung und strukturierte Erstreaktion. Keine Täterprofile, keine Diagnosen, keine Fallberatung im Akutfall.

Was kostet das?

Standort-Check, Aufbau und Fortbildung sind klar abgegrenzte Leistungen. Wir nennen Ihnen den Preis nach dem Strategiegespräch – ohne versteckte Tagessätze.

Wie lange dauert der Aufbau?

90 Tage vom Standort-Check bis zur geübten Fallkonferenz. Danach folgen Auffrischung und Wirksamkeitsprüfung.

Der erste Schritt kostet nichts

Zehn Fragen, fünf Minuten, Ergebnis per E-Mail. Oder ein vertrauliches Strategiegespräch – ohne Verkaufsdruck.

Luftsicherheit und sichere Lieferkette: aviation-security.org